I’m finding my own words, my own little stage

Rotation: Yellowcard - Rough Draft // Joshua Radin - Girlfriend in a coma // MGMT - Electric Feel // Kings Of Leon - Sex on Fire // Friska Viljor - On and on

 

Ich schalte einen Gang hoch, trete das Gaspedal mit den matschverschmierten Winterstiefeln behutsam fester, doch es nutzt nichts, die Ampel springt um. Gezwungen stehen zu bleiben, gezwungen die Gedanken wieder zuzulassen. Ich drehe das Autoradio lauter. Quiet is my loudest cry Es scheppert im Refrain immer etwas, wenn der Gitarrist die Stahlseiten schwungvoller anschlägt. Die Melodie ist schön, ich singe mit, doch die Selbstzweifel sind wieder da. Wie gestern beim Einschlafen, in der Nacht, als ich kurz wach werde und morgens beim Zähneputzen vor dem Spiegel. Ein paar Wochen schlummerten sie, auch Zweifel brauchen wohl Winterschlaf. Jetzt haben sie mich wiedergefunden, dort in dem langen Flur mit dem großen  goldenen Spiegel am Ende. Plopp. In meinem Spiegelbild setzen sie sich auf meine Schulter, all die Erinnerungen, Erfahrungen, all die Dinge, die ich weiß, aber nicht wissen möchte. Ich ziehe die Mütze etwas tiefer ins Gesicht, um meine Augenringe nicht sehen zu können und auch das Plopp auf meiner Schulter ignorieren kann. Prokrastination heisst das Zauberwort, nicht heute denken, morgen erst. Aber auch nur, wenn es auf der To-do-Liste steht. Da ist aber nioch das Aufhängen der Lampe und die Steuererklärung vermerkt, Nachdenken nicht. Glück gehabt. Ich will Kate Winslet sein, damit ich wie in diesem einen Film die Vergangenheit löschen kann. Dann könnte man sich unbeschwert begegnen, zusammen zum ersten Mal Paris sehen, ein Lied zum ersten Mal gemeinsam entdecken, ohne dabei den Geruch von früher zu fühlen. Die Ampel wird grün, die Gitarre scheppert immer noch, doch mein Fuß rutscht vom Pedal ab, der Wagen ist stillgelegt. Zuviel Wintermatsch an den Stiefeln, Zeit für Frühling.

2.2.09 22:30

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